Schon wieder schlaflose Nacht und unerklärliches Verhalten
23.04.2009, 20:18 Uhr
Alter: 10 Jahre


 




Ich hab mal wieder eine schlaflose Nacht hinter mir, weil Bailey nicht nachhause gekommen ist. Sie war ab ca. 20 Uhr draußen, und selbst wenn sie oft gleich wieder rausgeht, kommt sie doch dazwischen immer mal wieder rein. Das war bis ich gegen 23 Uhr ins Bett gegangen bin nicht der Fall. Ich konnte mich noch halbwegs beruhigen und doch noch einschlafen, aber als sie gegen 1 Uhr immer noch nicht da war, war es mit dem Schlaf vorbei, weil mir da natürlich die schlimmsten Horrorvorstellungen in den Sinn kamen. Jedes Mal, wenn ich die Katzenklappe hörte, ging ich nachschauen, aber es war immer nur Whisky.

Um 4 Uhr morgens tauchte sie dann plötzlich auf, kam untypischerweise ZUERST ins Bett (geht normalerweise zuerst fressen) und auch gleich ans Kopfende, um mir die Haare abzulecken. Es war, als ob sie sich entschuldigen wollte, dass ich mir Sorgen gemacht habe, oder auch als ob sie Trost sucht, weil sie wirklich was schlimmes erlebt hatte. Aber sie hat sich streicheln lassen und etwas geschnurrt, bevor sie fressen gegangen ist. Gefressen hat sie mit großem Appetit. Ich bin nochmal aufgestanden, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist oder sie vielleicht verletzt ist, aber es schien alles o.k. zu sein. Anfassen wollte ich sie beim Fressen nicht, ich bin ohnehin davon ausgegangen, dass sie danach völlig erledigt ins Bett kommt, also bin ich schon mal vorausgegangen. Und dann höre ich plötzlich wieder die Katzenklappe, gehe nachschauen und sehe Bailey schon wieder draußen, obwohl sie schon 8 Stunden am Stück weg gewesen war und eigentlich völlig k.o. sein müsste. Ok, ließ ich sie machen und war halbwegs beruhigt, immerhin hatte sie bereits geschnurrt, gefressen, nicht gehumpelt und hatte keine sichtbaren offenen Wunden. Ich hätte sie aber schon noch gerne von allen Seiten angeschaut, ob sie wirklich keine Verletzung oder sowas hat, aber für's erste war ich erleichtert.

Dann kam Whisky rein, wollte zum Fressplatz, wo Bailey vorher gefressen hatte, und ist komplett erstarrt. Er hat sich gar nicht hingetraut. Es wäre ja lustig zum Anschauen gewesen, weil er sich gaaaaanz lang gemacht hat und dann etwas gerochen hat, dann ist er wieder zurückgezuckt. Dann hat er es aus einem anderen Winkel probiert und es war dasselbe. Dann hat er eine Pfote ausgestreckt, hat aber nichts berührt und auch nich gefressen. Es war aber anders als letzte Woche, wo er den fremden Kater gerochen hat - da hat er geknurrt, große Augen bekommen, die Ohren angelegt, sich nervös umgeschaut und die Angst damit ganz anders und deutlicher gezeigt, da war keine Neugierde mehr dabei, sondern die Angst und die Panik auch für mich spürbar. Heute war der Gesichtsausdruck ein völlig anderer, sodass man über sein Verhalten grinsen konnte.

Ich hab keine Ahnung, wonach Bailey gerochen hat - wenn sie in einer Angstsituation gewesen wäre und den Analbeutel entleert hätte, hätte man das sehr deutlich gerochen, das war bei Whisky schon mal der Fall. Natürlich konnte ich jetzt erst recht nicht mehr einschlafen, denn ich musste befürchten, dass ich doch vielleicht eine offene Wunde übersehen habe und Whisky Blut oder Wundsekret gerochen haben könnte.

Bailey kam dann gegen halb 6 wieder rein, da war die Nacht natürlich ohnehin vorbei. Sie kam ins Bett, hat sich streicheln lassen und geschnurrt. Auch als ich um 6 aufstand, hat sie sich völlig entspannt überall streicheln lassen, sich geräkelt, sich auf den Rücken gedreht, mir den Bauch entgegengestreckt und sich überall mit Kraft durchknuddeln lassen und es sichtlich genossen. Sie war definitiv nicht verletzt, sonst wäre sie auf keinen Fall so entspannt gewesen. Ich stehe also vor einem kompletten Rätsel, sowohl was ihr langes Verschwinden angeht als auch Whiskys Verhalten am Futterplatz.

Ich habe dann am Morgen den Fressplatz mit Spülmittel geputzt, trotzdem traute sich Whisky nicht hin und hat nicht dort gefressen. Das Trockenfutter im Napf, aus dem Bailey gefressen hat, habe ich umgefüllt in einen frischen, aber Whisky hat erst davon gefressen, als ich ihn in den Flur gestellt habe. Später habe ich ihn dann wieder in die Küche, aber nicht an den Fressplatz gestellt, selbst dort hat er noch dieses vorsichtige Verhalten gezeigt, obwohl er vorher im Flur aus genau diesem Napf gefressen hatte.

Auf der Terrasse markierten gerne fremde Katzen, auch direkt an die Katzenklappe, und es kommt schon vor, dass man an den Schuhen oder die Katzen an den Pfoten den Geruch in die Wohnung schleppt. Aber dann riechen die Katzen im Haus eben an bestimmten Stellen öfter und gut ist - das hat sie noch nie sonderlich beunruhigt.

Ich hatte ja die Vermutung, dass Bailey vielleicht irgendwo eingesperrt war - aber wo, dass sie so anders riecht, dass Whisky direkt Angst hat? Hat sie auf einem Hundelager geschlafen??? Oder Kontakt mit irgendeinem Wildtier??? Fremder Kater kommt mit dieser Katzenklappe definitiv keiner mehr rein, außerdem hätte ich das gehört, weil ich ja die ganze Zeit wach war und bei jedem Geräusch der Katzenklappe aufgestanden bin, um zu sehen, ob es Bailey ist. Es war aber immer nur Whisky. Das, was Whisky beunruhigt hat, muss also von Bailey mit ins Haus gebracht worden sein.

Echt, ich bin langsam ein wandelnder Zombie. Erst dauernd fremde Katzen und deshalb seit 2 Wochen ohnehin schon extrem wenig Schlaf, dann Anfang Woche (ausnahmsweise nicht katzenbedingt) schon mal eine Nacht mit nur 2 Stunden Schlaf, deren Nachwirkungen mir schon die ganze Woche nachhängen, und heute zum 2. Mal in dieser Woche nur 2 Stunden Schlaf. Ich hab mir heute Nachmittag freigenommen, weil ich morgens komplett neben mir stand und eigentlich nicht zurechnungsfähig war. Momentan haben sich wirklich alle Mächte verschworen, mich zu stressen und mir den Schlaf zu rauben. Ich weiß echt nicht, was momentan in der Katzenwelt los ist und warum ständig kuriose Dinge passieren!

Aber es ging ja dann noch weiter!!! Nachmittags, als ich zuhause war, habe ich nämlich mehrmals mitbekommen, wie Bailey plötzlich Whisky angeknurrt hat, ohne dass er ihr irgendwie gedroht hat. Es hat schon gereicht, wenn er zu nah an ihr vorbei ging, aber auch, wenn er sie von weitem nur direkt angeschaut hat. Wenn er den Kopf senkt, in die andere Richtung schaut oder ihr den Rücken zudreht, knurrt sie nicht. Ich hab keine Ahnung, was da vorgefallen sein könnte, denn gerade in den letzten Wochen war ich so überglücklich, dass sie sich so gut verstanden haben wie noch nie - sie haben mit nur wenigen Zentimetern Abstand im Bett geschlafen, ohne sich anzugiften oder Ohrfeigen auszuteilen. Das hatten wir seit dem Kittenalter nicht mehr, und ich war so froh über diese plötzliche Harmonie! Und jetzt ein Rückschlag auf eine Feindschaft, wie wir sie auch noch nicht hatten. 

Bailey knurrt Whisky normalerweise nur an, wenn er sie im Winter öfter mal jagt oder wenn sie selber verletzt und geschwächt ist, sodass sie merkt, dass sie nicht fit ist. Heute hat sie aber keinerlei Anzeichen gezeigt, dass das der Fall sein könnte. Deshalb ist das Verhalten unerklärlich.

Whisky ist völlig perplex, wenn sie ihn anknurrt, er scheint es überhaupt nicht zu verstehen und zieht sich dann auch sofort mit gesenktem Kopf zurück. Gestern war sie noch ganz normal zu ihm, und am Abend, als sie verschwunden war, war er die ganze Zeit im Haus, da kann nichts gewesen sein. Auch nachts war er immer in der Nähe. Außer, es wäre heute was vorgefallen, weil sie vielleicht tatsächlich anders gerochen hat. Whisky riecht aber an keiner Stelle auffällig oft, wo sie heute war (Wohnzimmer, Flur), auch nicht im Bett, wo sie morgens geschlafen hat. Es war nur der Futterplatz, wo sie beim ersten Reinkommen war. Bailey dagegen hatte mit dem Futterplatz überhaupt kein Problem. Zu mir ist sie heute extrem schmusig und entspannt, auch beim Putzen rollt sie sich auf den Rücken, streckt sich, rollt sich ein, die Ausgeburt des Wohlfühlens. Absolut kein Zeichen, dass sie verkrampft wäre oder irgendein Trauma hätte. Nur gegenüber Whisky.

Ich hab mich schon gefragt, ob sie einen Kampf hatten und Whisky sie gebissen haben könnte. Sie lässt sich aber überall anfassen, knurrt mich nicht an und leckt auch keine Stelle auffällig. Auch das Fell ist nirgendwo verklebt. Ich glaube nicht, dass sie irgendwo eine Wunde hat. Ich habe inzwischen das angefangene Trockenfutter in den Näpfen entsorgt (war eh nicht mehr viel drinnen), die Näpfe mit Spülmittel ausgespült, den Futterplatz nochmal mit Spülmittel gereinigt und den Boden mit Swiffer geputzt. Seither hat Whisky tatsächlich einmal dort gefressen.

Übrigens, als ob das alles noch nicht reichen würde, komme ich heute mittag nachhause, da hat Hermes 2 Päckchen vor meiner Haustür abgestellt. Ich nehme sie mit, stelle sie in der Wohnung auf den Boden, wundere mich noch, dass die Katzen so dran riechen, gebe Whisky sein Hühnerfleisch, komme zurück in den Flur, und der ganze Flur stinkt bereits nach Katerpisse. Aaaaaaaahhhhhh! Logisch. Alles, was vor der Haustür steht, wird angespritzt. Daran haben aber beide Katzen nur interessiert gerochen (nachher auch an meinen Händen), das hat sie aber nicht beängstigt, sondern hat mich wohl mehr gestört als sie.

Aber wie gesagt, was den Rest des Verhaltens seit der letzten Nacht angeht, stehe ich immer noch vor einem kompletten Rätsel. Bailey ist vorhin wieder etwa zur selben Zeit verschwunden wie gestern, ich hoffe sehr, dass sie sich heute früher blicken lässt.








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