Lautsprache

Für die Katze spielt die Simme in der Kommunikation eine eher untergeordnete Rolle. Ausnahmen sind die Partnersuche, wo es oft ganz schön laut zugeht, oder die Aufzucht der Jungen.

Schnurren

Das ist die wohl beliebteste Lautäußerung, weil sie dem Menschen in erster Linie zeigt, dass die Katze sich wohl fühlt. Obwohl das Schnurren zu den bekanntesten und häufigsten Lautäußerungen gehört, ist es noch nicht zur Gänze erforscht. Es ist immer noch nicht ganz geklärt, wie das Schnurren entsteht. Es gibt darüber nach wie vor unterschiedliche Theorien. Die wahrscheinlichste ist, dass das Schnurren von einem zusätzlichen Paar "falscher" Stimmbänder erzeugt wird, die durch stärkeres Atmen in Schwingung gebracht werden (ähnlich wie das Schnarchen bei Menschen).

Das Besondere am Schnurren ist, dass Katzen sogar mit geschlossenem Mund und sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen schnurren können. Darin besteht auch ein wesentlicher Unterschied zu Großkatzen wie Löwen oder Tigern. Ein Tiger kann zwar auch schnurren, bringt diesen Laut aber nur beim Ausatmen zustande.

Auch warum Katzen schnurren, ist nicht ausreichend geklärt, denn sie tun es nicht nur - wie immer angenommen wird - wenn es ihnen gut geht. Katzen schnurren auch unter starken Schmerzen, wie z.B. Katzenmütter während den Wehen und der Geburt. Es kann sogar bei großer Angst vorkommen, wenn sie beispielsweise von einem Angreifer in die Ecke getrieben werden. Es wird angenommen, dass sie sich selber damit beruhigen oder trotz Angst zeigen wollen, dass sie dennoch friedlich gestimmt sind. Auch schnurren Kätzinnen beim Säugen der Jungen, vermutlich um ihnen Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

Miauen

Miaus gibt es wohl in allen Variationen und Lautstärken, vom zarten und Mitleid erregenden "Ich bin so ein armes, unterdrücktes und vernachlässigtes Wesen!" bis zu einem selbstbewussten Miauen vor der Tür ("Wie kannst du mich nur aussperren!") oder ein lautes In-die-Ecke-miauen ("Mir ist ja soooooo langweilig!"). Siamkatzen sollen für ihre Gesprächigkeit bekannt sein, ich selber durfte leider noch keine kennenlernen.

Meine Katzen miauen sehr selten. Bei Bailey kommt es in seltenen Fällen vor, wenn sie ein sehr dringendes Spielbedürfnis hat und mich schon längere Zeit mit allen möglichen Mitteln versucht hat zu überreden. Whisky begrüßt mich gerne mit einem lauten "Mmmmmmrau?", wenn er mein Auto hört und mich dann vor der Garage abholt. Wenn ich im Hausflur mit jemandem rede, kann es auch vorkommen, dass er meine Stimme von draußen hört und vor der Haustüre laut miaut - schließlich will er auch dabei sein. Nach Futter oder Leckerli bettelnd habe ich meine Katzen interessanterweise noch nie miauen gehört.

Vielleicht miauen meine Katzen ja deshalb so selten, weil sie mir mit anderen Ausdrucksmethoden sehr gut mitteilen können, was sie wollen. Vermutlich sollte ich es als Kompliment nehmen, dass ich ausreichend "kätzisch" verstehe.

Gurren

Das Gurren ist eine eher dezentere Lautäußerung, die klingt wie ein gerolltes, aber leises Miau, etwa in die Richtung "mrrrrrrau" oder "mrrr" - diesen Laut nutzen meine Katzen auch gerne, wenn sie aufwachen, wenn ich mich zu ihnen auf die Couch setze oder mich ins Bett lege, auf dem sie gerade schlafen. Ich habe auch schon beobachtet, dass sie sich untereinander manchmal so begrüßen.

Schnattern

Das ist eine ganz lustige Lautäußerung, die wirklich an das Schnattern einer Ente erinnert. Dabei haben die Katzen den Mund leicht geöffnet, ziehen die Mundwinkel etwas zurück und bewegen dabei meist auch noch den Unterkiefer - es sieht fast aus, als ob sie lachen würden. Dieser Laut kommt in der Regel zum Einsatz, wenn sie eine potenzielle Beute sehen, die aber nicht erreichbar ist, z.B. eine Fliege hoch oben am Fenster oder ein Vogel, den sie vom Fenster aus im Garten sehen. Desmond Morris beschreibt das Schnattern in seinem Buch "Catwatching" als eine Art "Leerlaufhandlung" - Katzen simulieren damit ihren Tötungsbiss (eine ganz bestimmte Kieferbewegung, die zum Töten der Beute nötig ist), als ob sie das Beutetier bereits im Maul hätten. 

Meine Katzen verwenden den Laut überdies auch noch bei sehr großen und/oder lauten Vögeln, die sie eigentlich niemals fangen, wie Elstern oder Raben - da wäre die Theorie der "Leerlaufhandlung" gerade deshalb plausibel, weil diese Vögel aufgrund ihrer Größe für die Katze nicht ungefährlich sind und präzise und schnell getötet werden müssten.

Übrigens sollte man Katzen, die gerade auf diese Art eine Beute beobachten, nicht stören - sie sind in diesem Augenblick hochkonzentriert und mit allen Sinnen auf der Jagd und nehmen den Menschen in dem Moment gar nicht wahr. Wenn man sie dann plötzlich anfasst, können sie durch die Anspannung durchaus auch aggressiv reagieren und blitzschnell zuschlagen.

Fauchen

Fauchen ist eine deutliche Warnung und heißt so viel wie: "Stop! Bis hierher und nicht weiter!"

Das Fauchen setzen Katzen auch gegenüber Feinden ein. Die meisten Säugetiere haben eine angeborene Angst vor Giftschlangen, und indem die Katze das Zischen einer Schlange auf diese Art imitiert, nützt sie diese Angst aus, um den Gegner mit ihrem Fauchen auf Distanz zu halten.

Auch Katzenmütter fauchen ihre Jungen als Warnung an - das ist der Grund, wieso als "Erziehungsmaßnahme" bei Katzen gerne empfohlen wird, ihnen bei unerwünschtem Verhalten leicht ins Gesicht zu pusten. Das soll wohl das Fauchen der Katzenmutter nachahmen.

Knurren

Das Knurren ist wie das Fauchen eine deutliche Warnung; es ist sogar noch etwas ernster als das Fauchen aufzufassen. Knurren wird aber auch eingesetzt, wenn z.B. Beute verteidigt wird. Da werde sogar ich manchmal angeknurrt, wenn ich einer Katze die Beute entreißen will, um sie aus dem Schlafzimmer oder Wohnzimmer zu bringen. Bereits ganz junge Kätzchen können fremde Personen anknurren oder eine Fellmaus unter Knurren verteidigen.

Spucken

Unter Spucken ist nicht wie beim Menschen ein Auswurf von Speichel zu verstehen, sondern ein explosionsartiges Ausstoßen von Luft, das dann klingt wie ein kleiner Knall. Auch das erinnert an eine Schlange und wird ebenfalls schon mal als Abwehr im Kampf gebraucht, um den Gegner zu beeindrucken. Bailey macht das aber sehr oft auch bei intensivem Spiel.

Schreien

Schreie entstehen meist in Kampfsituationen. Wenn Bailey so bedroht wird, dass die sie angreifende Katze fast oder ganz Körperkontakt zu ihr hat, kann sie wirklich grausam schreien. Bis ich gemerkt habe, dass das meist Bailey ist, dachte ich immer an grausame Katerkämpfe! Und seit ich das weiß, bin ich schon mehrmals aufgeschreckt und in den Garten gerannt, weil sie dann klingt, als würde sie abgestochen. Bei Kämpfen mit Whisky in der Wohnung stelle ich aber fest, dass es nicht zwingend heißen muss, dass sie bereits festgehalten wird oder gar schon zugebissen wurde, sie fängt auch oft schon vor dem Körperkontakt mit diesen Schreien an.

Jaulen

Was meine Katzen im Auto veranstalten, wenn wir die 3 Minuten in die Tierarztpraxis fahren, steht dem Jaulen von Wölfen in nichts mehr nach, schon gar nicht in der Lautstärke. Der Laut klingt teilweise richtig menschlich, manchmal heißt es ganz deutlich: "Aaaauuuuuuuuuuuaaaaa!" Es ist fast unmöglich, sich dann noch auf's Fahren zu konzentrieren, und meine einzigen Kratzer im Auto habe ich jedes Mal in der eigenen Garage mit jaulenden Katzen im Auto gefahren.  Kein Wunder, dass ich immer erst telefonischen Kontakt mit dem Tierarzt suche und mir das erspare, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Jaulen kommt aber auch oft vor Katerkämpfen als Drohgebärde zum Einsatz, wenn Kurren nicht mehr ausreicht, und kann auch in Gesänge übergehen.

Singen

Man kann es nicht beschreiben, man muss es gehört haben. Es ist kein einfaches Jaulen, unter "Gesang" versteht man auch nicht das laute Miauen einer rolligen Kätzin, sondern oft geht ein Knurren in eine regelrechte Melodie über und dauert in einem Atemzug mehrere Sekunden an. Das passiert im Gegensatz zum Jaulen auch mit geschlossenem Mund. Die Lautstärke, die dabei erreicht wird, ist beachtlich. Ich selber habe es bisher nur unter Katern gehört, und auch mein Whisky ist ganz großer Meister darin. Er ist aber kastriert - es scheint also nichts mit der Werbung um eine rollige Kätzin zu tun zu haben, sondern eher eine Drohgebärde unter Katern zu sein.

Bei Whisky klingt es in etwa so: Erst ist es ein lautes Knurren, das dann in einem kurzen Anstieg in einen sehr hohen Ton übergeht, der dann langsam wieder zu einem tieferen Ton abfällt, der sich kurz hält, um dann nochmal tiefer zu werden und auszuklingen - das alles mit geschlossenem Maul und in einem einzigen Atemzug, der sich sicher über ca. 5 Sekunden zieht. Zur Lautstärke kann ich nur sagen, dass ich auch bei geschlossenen Fenstern nachts davon wach werde, wenn Whisky auf der Terrasse einen anderen Kater ansingt, obwohl Küche und Flur dazwischenliegen und das Schlafzimmer auf der gegenüberliegenden Seite der Wohnung liegt.

Lautloses Miau

Das ist eine Besonderheit unter Katzen und ist nicht wirklich lautlos, sondern bewegt sich im Ultraschallbereich. Katzenmütter benutzen es, um sich mit ihren Jungen zu verständigen. Menschen bekommen es eher selten zu "hören".


"There is no snooze button on a cat who wants breakfast."
Unknown

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